Die Ergebnisse aus den 12, 15 oder mehr untersuchten Merkmalssystemen werden zu einem Muster zusammengefasst, welches für den untersuchten Menschen sehr charakteristisch ist. Das Muster, der ´genetische Fingerabdruck´ ist..
Genetischer Fingerabdruck
Die Ergebnisse aus den 12, 15 oder mehr untersuchten Merkmalssystemen werden zu einem Muster zusammengefasst, welches für den untersuchten Menschen sehr charakteristisch ist. Dieses Muster kann leicht als Tabelle dargestellt werden. Das Muster, der ´genetische Fingerabdruck´ ist meist so spezifisch, dass Irrtümer hinsichtlich der Personenzuordnung außerordentlich unwahrscheinlich sind. Daher kommen keine irrtümlichen Vaterschaftsfeststellungen in der Praxis vor beim DNS Vaterschaftstest. Laborfehler oder Fehler bei der Probennahme führen bei DNS Tests daher immer nur zum fälschlichen Ausschluss der Vaterschaft. Durch eine sorgfältige Durchführung und Dokumentation der Probennahme und Arbeitsvorschriften im Vaterschafts- Labor können solche Fehler jedoch entdeckt und vermieden werden!
Hier eine Tabelle als Beispiel für die Anwendung von genetischen Fingerabdrücken:
STR-Merkmalssysteme (Werte als Anzahl der Sequenzwiederholungen)
| D8S1179 | D21S11 | D7S820 | CSF1PO | D3S1358 | |
| Testkind | 13 / 14 | 29 / 31 | 8 / - | 12 / 13 | 16 / 18 |
| Testmama | 14 / 17 | 28 / 29 | 8 / 9 | 12 / 13 | 16 / 18 |
| Testpapa? | 12 / 13 | 30 / 31 | 8 / 10 | 12 / - | 16 / 18 |
In der vorstehenden Tabelle sind 5 Merkmalssysteme untersucht, sie sind unterstrichen. Testkind, Testmama und Testpapa? sind die untersuchten Personen. Im Merkmalssystem D8S1179 hat das Kind das Merkmal '14' von der Mutter geerbt. Das Merkmal '13' muss also vom Vater kommen. Testpapa? besitzt das Merkmal '13' und kann in diesem Merkmalssystem als Vater nicht ausgeschlossen werden. Im Merkmalssystem D7S820 hat das Kind nur ein Merkmal: '8'. Es hat dasselbe Merkmal von beiden Eltern geerbt. Im Merkmalssystem 'CSF1PO' kann nicht entschieden werden, welches Merkmal von der Mutter kommt, es könnte '12' oder '13' sein. Testpapa? hat das Merkmal '12' und kann danach der Vater sein. Die einzelnen Merkmale in den Merkmalssystemen sind unterschiedlich häufig. Je seltener ein vom Vater geerbtes Merkmal ist, desto höher ist seine Aussagekraft.
Unerwartete Ergebnisse
Mitunter kommt es vor, dass eine erwartete Vaterschaft nicht nachgewiesen werden kann. In diesem Fall sollten alle Gegebenheiten im Zusammenhang mit dem Vaterschaftsgutachten genau überprüft werden. Falsch negativ wird der DNA Vaterschaftstest immer dann, wenn die Proben nicht bei der richtigen Person abgenommen wurden oder wenn gar Probenverwechslungen im untersuchenden Vaterschaftstest Labor passieren. Es empfiehlt sich, darauf zu achten, dass das durchführende Labor über ein gutes Qualitätsmanagement verfügt und ein akkreditiertes Vaterschaftstest Labor ist. Falsch positive Vaterschaftsgutachten, d.h. fälschlich festgestellte Vaterschaften kommen in der Praxis nicht vor. sie wären dort denkbar, wo eineiige Zwillinge als Väter in Frage kommen. In geografisch isolierten Gegenden können jedoch mitunter Kulturen gefunden werden, in welchen die ganze Bevölkerung eng familiär verwandt ist, hier ist die Unterscheidung zwischen einzelnen Personen oft sehr schwierig.
Mitunter kommt es vor, dass ein einzelnes Merkmal in veränderter Form an das Kind vererbt wurde. Die Veränderung, eine sog. Mutation ist harmlos, verlangt aber besondere Sorgfalt in der Bewertung, wodurch sich Rückfragen des Gutachters ergeben können. Mutationen treten bei Männern ca. 5 bis 10x häufiger als bei Frauen auf.
